Sandl mit historischem Heimsieg im Derby gegen Windhaag/Fr.

Franz Karger an 26-05-2019

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Sandl: Im geschichtsträchtigen Nord-Derby, weil vorerst für unbestimmte Zeit das letzte seiner Art, bessert der SV Sandl die negative Derbybilanz mit einem 2:1 Sieg noch ein wenig auf.

Sandl : Windhaag/Freistadt 2:1 (1:1)

Viehberg-Arena, 150 Zuschauer, SR Göran Wewer

Tore: 0:1 Rene Zuschrott (7.), 1:1 Michael Pölz (27.), 2:1 Dominik Hummel (87./Elfm.)

Foto Sandl : Windhaag/FreistadtAm Sonntag den 26.Mai ging ein spezielles Nord-Derby zwischen Sandl und Windhaag/Freistadt über die Bühne. Dieses Spiel geht als vorerst letztes seiner Art in die Geschichtsbücher ein, weil die Gäste vom Green Belt Center im Sommer mit der Union Leopoldschlag eine Spielgemeinschaft eingehen. Göran Wewer wurde mit der Leitung dieser Partie betraut und sorgte seinerseits zusätzlich, dass diese Begegnung noch länger in den Köpfen der Fans in Erinnerung bleiben wird. Aber dazu im Laufe des Berichts dann mehr Details. Vor Anpfiff bildeten beide Mannschaften den obligatorischen Kreis um sich auf das Spiel einzustimmen. Die Heimelf machte das in gewohnter Art und Weise am Feld, die Gäste vor der eigenen Coachingzone samt Trainer und Ersatzspieler um einen besonderen Teamgesit heraufzubeschwören. Diese Einstimmung zeigte dann auch vorerst Wirkung, die in gelb spielenden Windhaager übernahmen gleich nach Anpfiff durch Schieri Wewer das Kommando. Erste Annährungsversuche an das Sandler Gehäuse waren noch von der harmloseren Art, aber bereits in Minute sieben schallte der Winhaager Jubelschrei durch die Viehbergarena. Robin Schinagl setzt einen Ball an die Stange, aber Rene Zuschrott war Gedankenschnell zur Stelle und bugsiert das Spielgerät in das verwaiste Tor. Rene Zuschrott?  - da ist doch was?

Foto Sandl : Windhaag/FreistadtAls Platzsprecher Werner Siegl den Torschützen von seinem Spielberichtsausdruck ablesen wollte bemerkte er den Fauxpas, Rene Zuschrott war nicht in der Startaufstellung vermerkt. Umgehend informierte er Interimstrainer Julian Riepl, der seinerseits Schiedsrichter Wewer davon in Kenntnis setzte. Einige Sandler Fans befürchteten bereits ein frühes Ende des Spiels, was angesichts des ersten schönen Tages mit Fussballwetter in der Viehebrgarena besonders bitter gewesen wäre. Aber beide Mannschaften einigten sich im Sinne des Fussballs das Spiel trotzdem durchzuführen. Die Jankovic Elf weiter im Vorwärtsgang durchaus gewillt, sich positiv von dieser Derby-Bühne zu verabschieden. Sandl mit Schwierigkeiten ihr Spiel zu finden. Allerdings gelang es nicht den Sack zuzumachen. Beste Chancen wurden ausgelassen. Mit Abflauen das Anfangselans konten sich Hummel und Co nun in die Partie zurückkämpfen und sich nach und nach mehr Spielanteile erarbeiten. Nicht ganz eine halbe Stunde zeigte die Matchuhr, als Michael Pölz den zu diesem Zeitpunkt noch glücklichen Ausgleich erzielte. Bis zum Pausenpfiff durch Schiedsrichter Göran Wewer blieb das Spiel kampfbetont und die Leckerbissen gab es für die Zuschauer allenfalls in Form von Bosna vom Kantinenteam.

Foto Sandl : Windhaag/Freistadt

Sandls Kapitän Dominik Hummel drückte der zweiten Hälfte seinen Stempel auf, genauso wie den entscheidenden Elfmeter zum 2:1 über die Linie

Nach Wiederbeginn war der Faden bei den Gästen komplett gerissen. Nun wurde auch klarer, warum die durchaus talentierte Mannschaft am Tabellenende herumkrebst. Vorbei war es mit dem Versuch Fussball zu spielen, ab jetzt wurde Fussball gearbeitet. Die Riepl Elf setzte nun die Offensivakzente und beschäftige Gästegoalie Stefan Punz mehr, als diesem wahrscheinlich lieb war. Mit Glanzparaden und phänomenalen Reflexen hielt Windhaags Schlußmann sein Team im Spiel. So auch zehn Minuten vor Schluß bei einer Doppelchance von Dominik Hummel, der ein Luftduell der Kapitäne vorausging und in dessen Folge Windhaags Kapitän Michael Lengauer zu Boden ging und ausgetauscht werden musste. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dann Elfmeteralarm im Strafraum der Gäste.

Foto Sandl : Windhaag/FreistadtGoalie Punz holte Dominik Hummel regelwidrig von den Beinen. Es erfolgte zu Recht der Pfiff von Schiedsrichter Wewer, aber anstatt zielsicher klipp und klar Elfmeter zu geben, schaffte es der Spielleiter sich in dieser glasklaren Situation den Unmut des Gästeteams und deren Anhänger auf sich zu ziehen. Völlig unnötig schritt Wewer zum Linienrichter um sich mit diesem auszutauschen. Ein Königreich für den Kölner Keller und den Videobeweis. Strafstoß gab es danach aber völlig zu Recht. Kapitän Hummel legte sich enteggen der Regel, dass der gefoulte nicht selbst zur Ausführung schreiten sollte, das Leder zurecht. Kurz danach konnte Platzsprecher Siegl die Torsignation abspielen und Dominik Hummel als Torschützen verkünden. Coach Riepl, der sich das Szenerio nicht anschauen konnte, fiel dabei ein Stein vom Herzen. Aufgrund längerer Unterbrechungen und Dikussionen sah sich Schieri Wewer bemüssigt das Derby erst nach 99 Minuten zu beenden, was wohl bedeutet, dass es sich bei diesem letzten Derby gleichzeitig auch um das längste der Derby-Geschichte handelt. In Anbetracht des Aufregers um die Startaufstellung geht der Sieg ds SV Sandl in Ordnung und dabei sollte man es auch belassen. Ab sofort wird ein neues aber nicht minder interessantes Kapitel im fussballerischen Kräftemessen der beiden Nachbarorte Sandl und Windhaag aufgeschlagen.

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